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Welches Uhrenglas ist das beste?

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UhrenglasEs gibt keine Armbanduhr, die ohne ein Uhrenglas auskommt. Das Glas schützt das darunterliegende Zifferblatt vor Staub und Wasser und sorgt für eine klare Sicht auf die Zeiger.

In diesem Beitrag geht es um die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialien. Haben Sie sich überhaupt einmal Gedanken darüber gemacht, was genau ein Uhrenglas können muss? Was macht ein gutes Uhrenglas aus?

Für die meisten Uhrenkäufer steht schlicht und einfach die Kratzfestigkeit an erster Stelle – wer will schon Kratzer auf dem Uhrenglas? Es spielen aber zusätzlich noch andere Faktoren wie Spiegelung oder Bruchfestigkeit eine wichtige Rolle.

In diesem Beitrag finden Sie deshalb alles Wichtige rund um das Thema Uhrenglas. Zunächst wollen wir auf die drei unterschiedlichen Glasarten Saphirglas, Mineralglas und Kunststoffglas im Detail eingehen.

Saphirglas

Saphirglas ist das mit Abstand widerstandsfähigste Uhrenglas. Es besteht nicht aus herkömmlichem Glas, sondern ist einem künstlichen Kristall. Synthetische Saphirgläser bestehen aus dem dritt-Härtesten Material aller transparenten Materialien. Natürlich ist dieses Glas dank der aufwendigen Herstellung nicht günstig, daher werden Sie es bei den meisten Modeuhren nicht finden. Es wird bei Uhren ab einem Preissegment von etwa 300 € regelmäßig verbaut und ist immer ein Zeichen von hochwertiger Verarbeitung.

Ein Saphirglas hält viel aus, ist aber dennoch nicht unzerstörbar. Sollte es zu Schäden kommen, dann kann es nicht aufbereitet oder poliert werden. Häufigste Ursache für eine Beschädigung ist ein harter Aufprall. Bei einem Sturz zum Beispiel kann das Saphirglas zerspringen oder Kratzer davontragen. Im Normalen Alltagsgebrauch kommt eine Beschädigung eines Saphiglases ausgesprochen selten vor.

Saphirglas Entspiegelung

Vor dem Kauf einer Armbanduhr mit Saphirglas sollten Sie darauf achten, ob dieses entspiegelt ist. Die Entspiegelung erleichtert das Ablesen des Zifferblattes merklich, da es der Lichtbrechung entgegenwirkt. Hierbei wird eine chemische Schicht auf das Saphirglas aufgedampft, welche meist innen, aber in einigen Fällen auch beidseitig aufgetragen wird.

Beidseitiges aufdampfen kann zu einem ungewollten Nebenwirkung führen. Da die Entspiegelungsschicht wesentlich weicher als das Saphirglas ist, kann diese leichter Abnutzungsspuren davontragen. So wird häufig davon ausgegangen, dass Saphirgläser zerkratzt seien, wobei “nur” die Entspiegelung klein Kratzer erlitten hat. Für einen normalen Uhrenbesitzer ist der Unterschied kaum zu erkennen.

Trotz dieses Nachteils setzen Namhafte Firmen wie Breitling, Omega und Union Glashütte auf die beidseitige Entspiegelung. Das liegt ganz einfach daran, dass die Ablesbarkeit stark erhöht wird und das Saphirglas gar unsichtbar scheint. Dadurch wirkt das Zifferblatt viel näher und erweckt einen noch intensiveren Eindruck.

Außerdem werden die hochpreisigen Luxusuhren meist nur zu gegebenen Anlässen und mit erhöhter Sorgfalt getragen. Wir schätzen das beidseitige Entspiegeln der Saphirgläser, gerade bei Armbanduhren der Marke Breitling. Dort fällt jedem direkt durch einen Blick auf das Saphirglas auf, welch eine Wertigkeit die Uhren besitzen. Zudem haben viele Entspiegelte Saphirgläser von Breitling einen farblichen Schimmer, der je nach Lichteinfall eine andere Farbe hat.

Mineralglas

Das am häufigsten verwendete Glas für Armbanduhren ist das Mineralglas. Es besteht meistens aus nicht gehärtetem Fensterglas. Eine Entspiegelung bei Mineralgläsern ist nicht nötig, da sie nicht sehr stark Licht reflektieren. Mineralglas finden Sie bei fast jeder Uhr bis zu 300 €.

Eine sehr häufig gestellte Frage ist, ob Mineralgläser sich aufarbeiten lassen, wie das bei Kunststoffgläsern der Fall ist. Dies ist nicht möglich, da sich die Form und Oberfläche von Kristallgläsern nicht einfach mal so ändern lässt. Dafür sind Mineralgläser härter und stabiler als Kunststoffgläser und vergilben nicht mit den Jahren.

Allerdings können bereits leichte Stöße auf dem Glas Kratzer oder Brüche hinterlassen. Durch das Hinzufügen weiterer Oxide bei der Herstellung kann ein Mineralglas gehärtet werden.

Im Falle eines Bruchs des Mineralglases können Splitter das Ziffernblatt zerkratzen oder in das Uhrwerk gelangen und dieses dauerhaft beschädigen. Mit einer zusätzlichen Beschichtung kann die Splitterbildung verhindert werden.

Kunststoffglas

Der größte Vorteil einer Uhr mit Kunststoffglas ist, dass so gut wie kein Licht von dem Kunststoff reflektiert wird. Kunststoffglas war bei älteren Armbanduhren weit verbreitet. Nur noch in seltenen Fällen wird heute noch ein Kunststoffglas verbaut. Häufig wird das Glas gerade deshalb verbaut, um den beliebten Vintage Look zu erzeugen. Dieses Glas ist nämlich nicht so schlicht wie ein Saphir oder Mineralglas.

Ein Kunststoffglas ist sehr leicht und günstig in der Produktion, dadurch ist ein Austausch bei einem Kratzer oder Defekt sehr erschwinglich. Durch die geringe Dichte des Kunststoffglases können störende Kratzer sehr schnell entstehen. Zu beachten ist jedoch, dass sich kleine Spuren mit einer Politur leicht beheben lassen.

Zudem sollten Sie beachten das Kunststoffgläser und Zifferblätter
vergilben, wenn sie zu viel UV-Strahlen ausgesetzt sind. Ihre Uhr sollten Sie aber ohnehin nicht einfach in die Sonne legen. Die dabei
entstehende Wärme kann auch das Quarzuhrwerk beeinträchtigen und selbst die
Dichtungen der Uhr porös werden lassen.

Ein weiterer Punkt ist zu beachten: Ein dünnes Kunststoffglas ist Wasserdurchlässig. Erst ab einer gewissen Stärke ist das Kunststoffglas für Taucheruhren geeignet.

Kunststoffgläser mit einer sogenannten Armierung sind durch einen Stahlring, der sich an der unteren Auflagefläche des Glases befindet, besser gegen äußere Einflüsse wie hohen Druck oder Ausdehnung bei Wärme und Sonnenstrahlen geschützt.

Ein legendäres Modell mit Kunststoffglas ist die Omega Speedmaster. Diese Armbanduhr ist nach wie vor mit einem Kunststoffglas erhältlich. Uhren-Kennern kommt dieses Modell von Omega sofort in den Sinn, sobald man das Stichwort Kunststoffglas in den Mund nimmt.

Es gibt durchaus weitere Uhrenhersteller, welche Ihre Uhren mit einem Kunststoffglas ausliefern. Junghans zum Beispiel setzt in der Max Bill Kollektion Kunststoffgläser mit einer Beschichtung ein. Das führt zu einem Nachteil, denn diese Gläser lassen sich nicht aufarbeiten oder polieren. Dennoch sind die Kunststoffgläser der Firma Junghans sehr stabil und widerstandsfähig – weitaus mehr als herkömmliche Kunststoffgläser.

Uhrenglas Pflege

Bei der Reinigung Ihres Uhrenglases gilt es einige Dinge zu beachten. Ein wichtiger Punkt vorweg: Häufig werden harte Rückstände auf dem Glas für Kratzer gehalten. Diese entstehen durch Abrieb von Gegenständen an der Oberfläche des Glases. Im Internet findet man häufig den Tipp, solche Rückstände mit einem Radiergummi zu entfernen. Davon raten wir Ihnen ab, weil die Entspiegelung darunter leiden wird. Außerdem wirkt der Schmutz auf dem Glas in Kombination mit dem Radirgummi wie Schmirgelpapier.

Deshalb empfehlen wir Ihnen, wenn Ihre Uhr mindestens 3 Bar Wasserdicht ist, sie unter lauwarmen Wasser mit einer weichen Zahnbürste sauber zu putzen. Haben Sie an Ihrer Uhr aber ein Lederband, so sollten Sie es mit einem feuchten Tuch versuchen. Benutzen Sie nicht zu warmes Wasser und absolut kein kochendes Wasser. Das könnte zur Bildung von Kondenswasser in der Uhr führen. Das Wasser kann dann das Zifferblatt, Zeiger oder sogar das Uhrwerk beschädigen.

Dieses Verfahren können Sie bei allen Glasarten verwenden, unter der Bedingung, dass die Uhr bis 3 Bar Wasserdicht ist. Nur sollte dies stets mit viel Vorsicht geschehen und wenig Druck.

Uhrenglas ersetzen

Das Wechseln eines Uhrenglases ist weitaus komplexer, als Sie eventuell annehmen. Zwar finden sich im Internet viele Videos und Tutorials um das Glas der Uhr eigens zu Wechseln, doch davon raten wir Ihnen ab! Nicht jede Uhr lässt sich leicht öffnen und schon gar nicht ohne den dazugehörigen Gehäuseschlüssel. Es entstehen häufig unschöne Kratzer auf dem Gehäuseböden. Das spezielle Werkzeug für den richtigen Umgang mit dem verbauten Uhrwerk, welches meist beim Glaswechsel ausgebaut werden muss, um das Glas fachgerecht einzusetzen, hat nun wirklich nicht jeder im Haushalt. Ein fehlerhafter Umgang mit dem Uhrwerk oder Zifferblatt kann zu weitaus kostspieligeren Reparaturen führen.

Lassen Sie das Uhrenglas bei einem Fachmann austauschen, dann kann der Uhrmacher nebenbei auch feststellen, ob es mit dem Glaswechsel getan ist. Da die Uhr beim Bruch des Glases wahrscheinlich einen harten Stoß bekommen hat, können auch durchaus Beschädigungen am Uhrwerk vorliegen. Diese kann ein ungeschultes Auge mit Sicherheit nicht erkennen.

Zudem wird es in einigen Betrieben als Service angesehen, die Uhr äußerlich aufzuarbeiten und zu reinigen. Dazu gehört abschließend der Dichtigkeitstest Ihrer Uhr, um sicherzugehen, dass die Uhr wieder ordentlich abgedichtet ist. Sollten Sie das Uhrenglas selber wechseln, so können Sie nicht mit bloßem Auge feststellen, ob die alten Dichtungen noch in Ordnung sind.

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3 Kommentare zu „uhrenglas“

  1. Gut zu wissen, dass man vor dem Kauf einer Armbanduhr mit Saphirglas darauf achten soll, ob dieses entspiegelt ist. Mein Onkel kann sich immer noch nicht für ein Uhrenglas entscheiden. Ich habe ihm diesen Beitrag geschickt, damit ich ihm die Entscheidung ein bisschen erleichtere.

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